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Goldpreis und der kommende Crash

Von Carsten Englert

Frankfurt, 15.05.2015: Zwar habe ich schon in der Vorwoche an dieser Stelle über die Chancen einer Renaissance des Goldpreises kommentiert. Doch eine aktuelle Marktentwicklung lässt es angebracht erscheinen, dass ich mich heute erneut mit dem Thema Gold beschäftige. Zu Beginn der Woche brachen die Kurse der Anleihen in Deutschland und den USA, aber auch in anderen Ländern ein. Experten machen dafür die Notenbankpolitik verantwortlich. Allenthalben war von der Gefahr eines Crashs am Anleihenmarkt die Rede. In der Tat ist diese Gefahr grundsätzlich gegeben, auch wenn es aufgrund der garantierten Anleihenkäufe auf den ersten Blick unlogisch erscheint. Für die Entwicklung des Goldpreises hat diese Marktverwerfung eine große Relevanz möglicherweise.

Seit der ersten Finanzkrise überbieten sich die wichtigsten Notenbanken der Welt mit Zinssenkungen, Anleihenkäufen und sonstiger expansiver Maßnahmen. Das hat auch zu einer beispiellosen Rallye der Anleihen geführt. Der Euro-Bund-Future - das ist ein Terminkontrakt, der sich auf eine fiktive Schuldverschreibung der BRD mit einem Kupon von sechs Prozent und einer Restlaufzeit von zehn Jahren bezieht - kletterte von 85,66 Prozent im Jahr 2008 auf in der Spitze 160,69 Prozent. Seit kurzem kauft die EZB massiv Staatsanleihen, auch deutsche Staatstitel. Das hatte sicherlich nochmal zur Zuspitzung beigetragen und den Kurs noch weiter steigen lassen. Da die Käufe der Notenbank noch mindestens bis September 2016 weiter laufen, ist eigentlich für Nachfrage gesorgt, selbst wenn im freien Markt keiner mehr kaufen will. Doch genau das passiert gerade auch. Durch den massiven Anstieg rentieren die Anleihen quasi mit Null, auf dem Hoch sogar erstmals mit einer leicht negativen Rendite. Da verwundert es kaum, dass aktuell die Nicht-Notenbanken-Nachfrage wegbricht. Denn: Warum sollte ich das Risiko als Anleihen-Käufer eingehen? Ich bekomme Null Verzinsung und habe nur noch Abwärtsrisiken, ohne echte Aufwärtschancen für die Anleihen. Wenn sich nun wie in den USA eine Zinswende andeutet, dann wird es brutal. Steigende Zinsen bedeuten eine steigende Rendite für die Anleihen. Das bedeutet aber für die bestehenden, dass deren Kurs abgewertet werden muss, um sich an die erhöhte Rendite anzupassen. Die Kurse fallen. Nach einer solch langen Mega-Rallye ist die Gefahr mehr als groß, dass die Korrektur dann zu einem hysterischen Crash ausweitet. Keiner wird dann mehr Anleihen anfassen und am Ende dürfte in Deutschland dann die EZB der einzige Käufer sein.

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Für den Goldpreis ist das aus zwei Betrachtungswinkeln mehr als positiv. Natürlich werden die Notenbanken einen solchen Crash vermeiden wollen. Ob das machbar ist, erscheint fraglich. Allerdings können die Notenbanken den Megacrash weiter heraus zögern, indem sie auf Zinserhöhungen und sogar auf Signale, dass eine Zinserhöhung bald folgen könnte verzichtet. Die Hoffnung der Notenbanken dürfte sein, dass sich die Korrektur am Anleihenmarkt, die definitiv nötig ist, in gemäßigten Bahnen vollzieht. Daher kann man getrost davon ausgehen, dass die Zinswende in den USA - in der Eurozone war sie sowieso noch in weiter Ferne - weiter auf sich warten lassen wird. Zumal der Fed mit zuletzt sehr dürftigen US-Einzelhandelszahlen die Munition dafür gegeben wurde. Es ist daher damit zu rechnen, dass die Notenbanken erst dann ernst machen, wenn die Inflationsentwicklung sie wirklich dazu zwingt. Daher sind die langfristigen Inflationserwartungen nun wieder gestiegen, da ein Einschreiten der Notenbanken nun wohl erst sehr spät zu erwarten ist.

Der zweite positive Aspekt für Gold ist die Tatsache, dass mit dem drohenden Anleihen-Crash die Ängste vor Marktverwerfungen gestiegen sind. Kommt tatsächlich ein massiver Anleihen-Crash wird das auch den Rest der Finanzwelt in Mitleidenschaft ziehen, zumal die Volumina der Staatsanleihen nochmals ein Vielfaches der Volumina der Subprime-Kreditverbriefungen in 2008 betragen. Doch diese hatten es fast schon geschafft, die Weltwirtschaft in die Knie zu zwingen. Die Aktienmärkte würden ins Wanken kommen. Doch nicht nur das. Die immer noch lahmende Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe würde implodieren, da ihre Bilanzen wieder heftig strapaziert werden würden. Die in der ersten Krise überschuldeten Nationen, allen voran die USA, würden in die Enge getrieben, da sie immer höhere Renditen für ihre Anleihen zahlen müssten. Die Zinsbelastung würde hochschnellen und damit die Verschuldungssituation noch angespannter werden. Es dürfte eine Vollbremsung der Weltwirtschaft wie schon 2008/09 geben. Doch nun fehlen die möglichen Gegenmaßnahmen. Es drohen beängstigende Verwerfungen. Auch dafür wird Gold gerne als Versicherung gekauft.

Sie sehen, egal, ob die Notenbanken eine langsames ablassen der Luft aus der Anleihenblase hinbekommen - dann wird irgendwann die Inflation anziehen - oder die Fed mit dem Kopf durch die Wand geht - dann drohen Marktverwerfungen wie zur ersten Finanzkrise - der große lachende Dritte dürfte der Goldpreis sein. Deswegen bleibe ich bei meinem Fazit der Vorwoche: Anleger sollten schon einmal darüber nachdenken, ob man den immer noch verhältnismäßig niedrigen Goldpreis nicht für den Aufbau erster Gold-Positionen nutzt!

In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende!

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