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Goldpreis: Totgesagte leben länger!

Von Carsten Englert

Frankfurt, 07.05.2015: Damals, in den Jahren 2008 und 2009 drohte die Weltwirtschaft den totalen Kollaps zu erleiden, ausgelöst durch den Geldrausch auf dem amerikanischen Immobilienmarkt und vor allem der daraufhin geplatzten Blase. Durch die geschickte Verpackung in verbriefte Immobilienkredite konnte das Volumen auf gigantische Ausmaße aufgepumpt und vor allem auch, gut für die Amerikaner, auf der ganzen Welt verteilt werden. Sonst wäre die USA wohl auch völlig kollabiert. Um diese heftige Krise abzufedern, hatten die Notenbanken ihre expansiven Torpedorohre mit allem gefüllt, was sie haben und auf den Markt aus allen Rohren gefeuert.

Damals haben viele kritische Marktbeobachter - zu denen ich zugegebenermaßen auch gehöre - laut gewarnt, dass dadurch eine irgendwann nicht mehr zu kontrollierende Inflation ausgelöst werden könnte. Allerdings waren diese Maßnahmen in der Tat "alternativlos" - auch wenn ich dieses furchtbare Wort nicht gerne benutze. Die Zeit hat gezeigt, dass die Befürchtungen völlig falsch waren. Im Gegenteil, die Märkte kämpfen an vielen Stellen immer noch eher mit deflationären als inflationären Tendenzen. Das zeigt, dass die Maßnahmen zu dieser Zeit richtig und wichtig waren, sonst wären die Märkte in eine echte Deflation und dann wohl auch in eine tiefe Depression verfallen, ganz so, wie es in Japan in den 1990ern Jahren nach dem Platzen der japanischen Immobilienblase war. Durch den Impact der ersten Finanzkrise wurde die globale Wirtschaft von mehreren Seiten in die Mangel genommen. Die Staaten verschuldeten sich im gigantischen Ausmaß, um Konjunkturpakete zu finanzieren und Banken zu retten. In den USA hat sich beispielsweise die Bruttoverschuldung des Staates von 8,8 Billionen Dollar im Jahr 2006 auf 19 Billionen Dollar mehr als verdoppelt! Und es soll weiterhin jedes Jahr eine knappe weitere Billion dazu kommen. So mussten die Staaten als das Schlimmste vorbei war, sparen, um die Schuldenuhr einigermaßen im Zaum zu halten. Der Staatskonsum ging also zurück und die Wirtschaftsleistung wurde dadurch gebremst. Dennoch waren einige Staaten überschuldet. Das wiederum hat zu Ausfällen bei Staatsanleihen und somit für Verluste bei den Banken gesorgt, die große Gläubiger der Staaten waren. Die Banken haben dann wiederum aus Angst vor weiteren Verlusten keine Kredite mehr vergeben und die Wirtschaft somit gedrosselt. So verwundert es auch nicht, dass die Rohstoffpreise in den vergangenen zwei Jahren massiv einbrachen, weil auch die Nachfrage zurück ging und die Preise zuvor auch spekulativ getrieben waren.

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Das dürfte auch der Hauptgrund gewesen sein, warum all die Warner vor Inflation unter den Ökonomen so völlig danebenlagen. Der Ölpreis hatte sich weit mehr als halbiert, aber auch die Industriemetalle haben sich massiv verbilligt, ebenso wie die Agrarrohstoffe und somit auch die Lebensmittel. Nun war in dieser Woche zu lesen, dass die Notenbanker der westlichen Welt ihre Inflationsziele überdenken, da sie sie nicht erreichen. Mal ganz abgesehen davon, dass es schon eine merkwürdige Vorgehensweise ist, die Ziel einfach zu reduzieren (oder gar zu erhöhen) wenn man sie nicht erreicht. Logischer wäre eine strategische Neuausrichtung um die Ziele doch noch zu erreichen. Aber sei es drum. Sowas ist man von den Ökonomen ja gewohnt. Einige Notenbanker überlegen laut dem Artikel im Handelsblatt nun, das derzeit als ideal angesehene Inflationsziel von zwei Prozent zu senken. Aber andere Notenbanker hingegen fordern sogar, dass die Ziele angehoben werden sollen. Auf vier Prozent beispielsweise. Die Ökonomen versprechen sich davon, dass die Inflationserwartung bei den Wirtschaftssubjekten dadurch steigt und somit auch die Realzinsen sinken. Das könnte tatsächlich klappen. Aber ich befürchte, die Ökonomen liegen erneut bei einer Einschätzung falsch: Die Preise werden auch so langsam wieder anziehen. Zumindest, wenn meine Theorie stimmt, dass die ausbleibende Inflation zu großen Teilen an den implodierten Rohstoffpreisen liegt. Einige Rohstoffe haben längst eine Umkehr eingeleitet und auch bereits ein gutes Stück weit wieder zugelegt. Pikanterweise haben vor allem die Rohstoffe ihre Umkehr eingeleitet, die eine große preistreibende Wirkung auf die Güterpreise entfalten können. Allen voran die Ölpreise, die schon ein gutes Stück von ihren Tiefs entfernt sind und auch schon charttechnische Umkehrformationen vollendet haben. Fast jede Art von Güter muss transportiert werden und hängt somit vom Ölpreis ab. Doch auch Kupfer beginnt sich zu erheben. Das Material ist vor allem auf dem Bau und in jeder Form von elektronischem Gerät vorhanden.

Wenn jetzt die Notenbanker auch noch anfangen, die Inflationsziele zu verdoppeln, könnte es irgendwann schneller gehen, als es einem lieb ist mit der Inflation. Dann dürfte es zudem schwieriger werden, die Inflation wieder zu bremsen. Mit der Verdopplung des Inflationsziels würde die Notenbank ihre Glaubwürdigkeit verlieren. Das aber ist eine der wichtigsten Waffen im Kampf gegen steigende Preise. Anleger sollten daher schon einmal darüber nachdenken, ob man den immer noch verhältnismäßig niedrigen Goldpreis nicht für den Aufbau erster Gold-Positionen nutzt. Denn vielleicht lebt das eigentlich totgesagte Inflationsgespenst doch bald wieder ?

In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende!

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