Ausgezeichnet von: Aktienchancen.de bringt Ihnen die besten kostenlosen Aktien- tipps in Deutschland auf Ihr Email-Postfach

Apple: Das Ende einer Ära?

Die Freitags-Kolumne von Carsten Englert

Apple ist eine Legende. Doch die Legende bröckelt. Jahrelang glänzte das Unternehmen mit enormen Wachstumsraten, obwohl Umsätze und Gewinne schon auf fantastisch hohen Niveaus waren. Es waren also nicht nur Basiseffekte, die ein unvergleichliches Wachstum ermöglichten. Die nackten Zahlen beeindruckten. So hat Apple in den letzten Jahren, wo es seine Cash Cow iPhone kräftig gemolken hat, seinen Liquiditätsbestand auf schier unfassbare 230 Milliarden Dollar anwachsen lassen. Mal zur Verbildlichung: Damit könnte Apple die 14 (!) "kleinsten" DAX-Unternehmen Adidas, Beiersdorf, E.on, Henkel, HeidelbergCement, Deutsche Börse, Infineon, Vonovia, ThyssenKrupp, Merck, Commerzbank ProSiebenSat1, RWE und die Lufthansa aufkaufen! Im vergangenen Jahr machte Apple 231 Milliarden Dollar Umsatz und einen Nettogewinn (!) von 53,4 Milliarden Dollar. Auch hier nochmal zum Vergleich: Alleine mit einem Jahresnettogewinn könnte Apple knapp die sechs kleinsten DAX-Unternehmen aufkaufen. Das sind in der Tat famose Zahlen. Auch wenn man das Wachstumstempo der letzten Jahre betrachtet. Im Jahr 2009 - also kurz nach Einführung des iPhones - erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 36,3 Milliarden Dollar. Apple macht heute gut 60 Prozent mehr Nettogewinn!! Das heißt, in sechs Jahren wurde der Umsatz mehr als versechsfacht! Das entspricht einer durchschnittlichen Umsatzsteigerung von knapp 90 Prozent. Wenn man sich diese Zahlen vor Augen führt, versteht man, warum Apple lange Zeit der wertvollste Konzern der Welt war, gemessen am Börsenwert.

IK-NL-box-2

Doch dieser Glanz droht abzubröckeln. Die Aktie ist in den letzten Tagen massiv eingebrochen. Innerhalb weniger Wochen wurden beinahe 100 Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet. Die Mahner gab es bei Apple schon immer. Doch in der letzten Zeit mahnten immer mehr, dass Apple zu sehr vom iPhone abhängt und dass dieses bald seine Sättigungsphase erreichen wird. Die jüngsten Quartalszahlen belegen, dass es nun wohl soweit ist! Erstmals seit 2013 hat Apple einen Umsatzrückgang zu verkünden. Erstmals überhaupt war auch die Zahl der verkauften iPhones rückläufig. Apple-Chef nannte die Lage lediglich eine "Wachstumspause". Doch ist dem so? Vielmehr deutet sich an, dass Apple nun tatsächlich die Sättigungsphase des Marktes erreicht hat. Nicht jeder Mensch will ein iPhone und nicht jeder Apple-Jünger kann sich alle ein bis zwei Jahre ein neues iPhone leisten. Es ist ein Naturgesetz der Wirtschaftswissenschaften, dass JEDES Produkt irgendwann eine Sättigungsphase erreichen wird und die Absatzzahlen dann nicht mehr wachsen können. Diesmal wurden noch 51,2 Millionen iPhones verkauft. Das sind etwa zehn Millionen Smartphones weniger als im Vorjahr.

Hier den kostenlosen Börsenbrief mit Musterdepot anfordern!

Die Frage ob es tatsächlich nur eine Wachstumspause ist oder das Ende der großen Wachstumsphase treibt natürlich auch die Anleger um. So auch einen der bekanntesten Großanleger: Carl Icahn. Dieser hat nun öffentlich verkündet, aus Apple wieder auszusteigen. Klar scheint: Um wieder auf den Wachstumspfad zu kommen, braucht Apple "the next big thing" oder zumindest eine Weiterentwicklung vom iPhone (und am besten auch des iPads), die mehr ist, als eine bloße leichte Modifizierung der technischen Daten nach oben. Große Hoffnungen ruhen immer noch auf dem iCar. Es wird schon lange spekuliert, dass Apple an einem autonom fahrenden e-Auto arbeiten soll. Doch auch hier deutet Apple an, dass dem Unternehmen die Innovationsfähigkeit abhanden gekommen ist. Vor kurzem war zu hören, dass sowohl Daimler als auch BMW einer Kooperation eine Absage erteilt haben. Früher wäre Apple gar nicht auf diese Idee gekommen, sondern hätte komplett selbst entwickelt und den Markt aufgemischt, so wie es Steve Jobs damals mit dem Handymarkt tat. Oder so wie es nun ein anderes Unternehmen (Faraday Future) komplett eigenständig und komplett neu gedacht im Bereich der Elektromobilität versucht. Oder Tesla. Dabei hätte Apple mit seinem bereits erwähnten gigantischen Cash-Bestand mehr als genug liquide Mittel, um ein iCar aus dem Boden zu stampfen. Allein, es scheint an den Ideen zu fehlen.

Und das ist ganz klar die schlechteste Nachricht für Apple-Anleger. Der Konzern ist fett und träge geworden - auch das ist keine neue Erkenntnis in der Wirtschaftswissenschaft. Mit zunehmender Größe und zunehmenden Erfolg wird ein Unternehmen auch immer träger und verliert gleichzeitig an Innovationskraft. Zudem scheint die Cash Cow des Unternehmen nun langsam altersschwach zu werden. Apple ist noch lange nicht in Not. Selbst wenn die Umsätze noch ein paar Jahre rückläufig wären, würde Apple immer noch mehr Gewinn einfahren als die allermeisten Konzerne dieser Welt. Doch um die Aktie dauerhaft wieder in Schwung zu bringen, muss sich Apple neu erfinden. Das muss nicht sofort passieren. Aber allzu viel Zeit sollte Tim Cook dabei nicht verstreichen lassen, weil Apple dann auch seinen Nimbus verlieren könnte. Apple muss liefern. Bald.

In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende!

Top3 der laufenden Empfehlungen:

ThyssenKrupp Turbo-Bull  +110,8% | Compugroup Medical  +87,1%  |  Deutsche Wohnen +85,4% 

AchtungDie brandneue Analyse lesen Sie komplett in Ausgabe 16/2016 des Investoren-Kompass - Der kostenlose Börsenbrief mit Musterdepot! Hier kostenlos eintragen!

Nie wieder Gewinne verpassen!

IK-NL-box-2

Alle Hintergrund-Analysen auf Börsennews.de

Das könnte Sie auch interessieren:

Haben Sie DAMIT gerechnet? Das ist los beim Dax (Euro/Dollar, Aixtron, Cropenergies, Daimler, ThyssenKrupp)

NEU: Die kostenlose Investoren-Kompass App

Get it on Google Play

www.investoren-kompass.de/kostenloser-boersenbrief

www.investoren-kompass.de/investoren-kompass-app

Sagen Sie uns Ihre Meinung zu diesem Thema





Unsere Leser kennen die Gewinner Aktien! Sie auch?

Hier eintragen:
Nur für neue Leser:
E-Book "Börsenwissen für mehr Erfolg!" + Börsenseminar-Gutschein (Wert 660 €) + Trading-DVD